Das Modell der Evolutionspädagogik

“Die vergleichende Anatomie hat herausgefunden, dass das menschliche Gehirn in seiner Struktur die evolutionäre Entwicklung aller Gehirne in sich trägt.

Die Entwicklung des fötalen menschlichen Gehirns vollzieht sämtliche Stufen der Evolution en miniature, und die primitiveren Schichten werden von immer neuen Schichten überlagert.“

(John J. Ratey, Harvard Medical School)

 

Auf dieser Basis ist das Modell der Evolutionspädagogik® entstanden, bestehend aus 7 Stufen. Auf jeder Stufe stehen bestimmte Fähigkeiten im Mittelpunkt, die wir letztendlich alle brauchen, um das Leben erfolgreich zu meistern.

Eine Besonderheit ist dabei, dass zu jeder Entwicklungsstufe eine Bandbreite an Verhaltensweisen gehört. Dabei gibt es kein gut oder besser, sondern wir brauchen beide Pole der jeweiligen Stufe.

Beispiel Amphibie:
Schutz = Die Fähigkeit, sich in bestimmten Situationen zurückzuziehen
Neugierde = Antrieb für Entwicklung

Beide Eigenschaften sind lebensnotwendig und gleichermaßen wichtig.

Blockade heißt, in einem Pol der Bandbreite fest zu hängen, Dies bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wir können dann nicht anders. Oftmals lässt sich auffälliges Verhalten verstehen, wenn man begreift, von welcher Evolutionsstufe (und welchem Pol) aus der Mensch handelt.

Frei sind wir dann, wenn wir uns situationsgerecht innerhalb einer Stufe bewegen und je nach Anforderung zwischen den Stufen wechseln können.

 

Evo-Stufe Kompetenz Bandbreite Verhalten bei Blockade
fisch

Fisch
Vertrauen haben können Sich treiben lassen –
rudern und paddeln
  • unsicher, ängstlich
  • resigniert schnell

 

  • ständig am „strampeln“ aus der Panik heraus, sonst unterzugehen
schildkroete

Amphibie
Aus der Sicherheit heraus Neues erkunden können Rückzug –
Neugierde
  • scheut Neues
  • schüchtern
  • zieht sich zurück

 

  • muss überall mitmischen
  • neugierig
echse

Reptil
Zum richtigen Zeitpunkt agieren können Innehalten –
Loslegen
  • Kommt nicht in die Gänge
  • langsam, zögernd
  • stur, starr

 

  • zappelig
  • ungeduldig
  • loslegen, ohne nachzudenken
loewe

Säugetier
Den richtigen Abstand einnehmen können Nähe –
Distanz
  • gefühlsbetont, nimmt sich Dinge zu Herzen
  • distanzlos
  • verzettelt sich im Detail

 

  • betont sachlich
  • lässt Leute/Dinge nicht an sich ran
  • arbeitet ungenau
affe

Affe
Gemeinschaft erleben können Guppe –
Individualität
  • unterwirft sich Gruppenzwang
  • „Klassenkasper“

 

  • hält sich nicht an Regeln
  • Außenseiter
  • egoistisch
urmensch

Urmensch
Position beziehen können Anführen –
Mitlaufen
  • muss immer Chef sein
  • Kritiker, Besserwisser

 

  • mangelnder Selbstwert
  • selbstkritisch, perfektionistisch
  • hält eigene Meinung zurück
mensch

Mensch
Sich für ein höheres Ziel engagieren können Systematisieren –
Empathie
  • rücksichtslos
  • der Zweck heiligt die Mittel
  • alles wird dem Ziel untergeordnet

 

  • Helfersyndrom
  • Selbstüberforderung